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Belegärzte nehmen eine Schlüsselrolle ein

Die Ausweitung der OKP-Leistungen und Massnahmen der FINMA bedrängen die Zusatzversicherungen. Klare Regeln und innovative Versicherungsprodukte könnten das Problem lösen.

PD Dr. med. Christoph Weber, Präsident der Schweizerischen Belegärzte-Vereinigung

Florian Wanner, Sekretär der Schweizerischen Belegärzte-Vereinigung

21. Juni 2021

Den Belegärztinnen und Beleg­ärzten fällt an der Schnitt­stelle ambulant-stationär eine Schlüsselrolle zu. Eine beleg­ärztliche Betreuung kann per se schon einen Mehrwert darstellen, wenn stationäre und ambulante Behandlungen vom gleichen Facharzt durchgeführt werden. Dies ist im KVG nicht vorgesehen.

Die Zukunft der Zusatzversicherung

Analysen der Schweizerischen Beleg­ärzte-Vereinigung (SBV) im UVG-Bereich deuten darauf hin, dass die beleg­ärztliche Behandlung bezüglich Ver­fügbarkeit, Wartezeit und Arbeitsausfall einem Chefarztsystem überlegen ist. Doch wie können die bestehenden Angebote weiterentwickelt werden, um den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten zu entsprechen?

Die SBV hat mit ihrem Zehn-Punkte-Programm die Beziehung zwischen Patienten und Belegärzten im Zusatzversicherungsbereich geregelt.1 Für die Belegärzte stehen die Patienten im Mittelpunkt. Mehrwert ist nur, was diesen nützt; eine Übertherapie gehört nicht dazu.

Das Zehn-Punkte-Programm:
Regelt die Beziehung zwischen Patienten und Belegärzten.

Angebote weiterentwickeln

Zusatzleistungen können auch eine Zeitersparnis für die Patienten bedeuten: z. B. eine präventive Untersuchung oder ein Check-up, die/der während eines Spitalaufenthalts für eine Routineoperation an einem andern Organsystem durchgeführt werden. Belegärzte könnten diese Leistungen ambulant und stationär aus einer Hand anbieten.

Bei komplexen Krankheitsbildern kann eine Mehrleistung in einem optimal aufeinander abgestimmten Fach­arzt-Team bestehen, die Arztwahl würde an einen Belegarzt delegiert. Bei Komfortleistungen wie z. B. einer Übernachtung nach einem ambulanten Eingriff wäre die stationäre Weiterbetreuung beleg­ärztlich gewährleistet. Mit diesen An­ge­boten sowie Zusatzleistungen wie innovativen Medikamenten und Operationsmethoden kann die Zusatzversicherung für Patienten attraktiver werden und erhalten bleiben. 

Quelle:

PD Dr. med. Christoph Weber

ist Präsident der Schweizerischen Belegärzte-Vereinigung.

Florian Wanner

lic. iur., Rechtsanwalt, Sekretär der Schweizerischen Belegärzte-Vereinigung.

Prämienüberschüsse

Zu hoch angesetzte Prämien oder tiefer ausgefallene Leistungskosten führen zu Prämienüberschüssen. Diese lassen wir in die Reserven einfliessen. So ermöglichen wir unseren Kundinnen und Kunden möglichst moderate und berechenbare Prämienerhöhungen.

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