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Künftige VVG-Produkte in der Zusatzversicherung

Die Zusatzversicherungsangebote stagnieren seit Jahren. Für innovative und bedürfnisgerechte Produkte mit einem klaren Mehrwert braucht es einen Sinneswandel auf allen Ebenen.

Karolin Leukert, Leiterin Angebotsentwicklung Heilungskosten bei der CSS

21. Juni 2021

Trotz Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung hat sich die Produktelandschaft der Zusatzversicherungen seit Einführung des KVG 1996 wenig verändert. Das hat viele Gründe: Vieles wurde direkt in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen, somit besteht kein Bedarf für eine zusätzliche VVG-Deckung. Ein weiterer Grund liegt in den regulatorischen Rahmenbedingungen, die Innovationen verhindern. Es ist nur schwer möglich, bestehende Versicherungen anzupassen und somit aus Kundensicht zeitgemässe Leistungen einzuschliessen. Auf der anderen Seite erfreuen sich ambulante Zusatzversicherungen, die Beiträge an greifbare Leistungen wie Notfälle auf Reisen, Sehhilfen, Fitnessabos oder alternativmedizinische Therapien leisten, noch immer grosser Beliebtheit.

Die Zukunft der Zusatzversicherung

Um ihren Kundinnen und Kunden künftig flexible und bedürfnisgerechte Produkte anzubieten, braucht es folgende Voraussetzungen:

  1. Die Versicherungsdeckung künftiger Produkte muss mit den sich ändernden Angeboten und Kunden- bzw. Patientenwünschen Schritt halten. Die Deckungssumme soll garantiert sein, die genauen Leistungen sich aber an die Marktentwicklungen anpassen können. Letzteres braucht Vertrauen gegenüber dem Versicherer.
  2. Die Deckung von Innovationen in der Zusatzversicherung wie z. B. digitalen Therapien ist zu forcieren. Gegebenenfalls auch mit temporären Deckungen, bis die Grundversicherung diese Leistungen vergütet.
  3. Entsprechend sind wir auch stark auf die Mitarbeit der Leistungserbringer angewiesen. Sie müssen mögliche Mehrleistungsangebote entwickeln.
  4. Mehrleistungen müssen klar und transparent ausgewiesen, gegenüber der Grundversicherung abgrenzbar, nach betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet und nachvollziehbar abrechen- und prüfbar sein.
  5. Wenn Aufsicht und Regulierung Änderungen an Leistungen oder Prämien über die Zeit zulassen, schmälert dies Risiken in der Produktentwicklung und gibt Innovation Vorschub.
  6. Und nicht zuletzt braucht es eine Diskussion auf politischer und gesellschaftlicher Ebene, was die Grundversicherung wirklich decken soll. Ein vollumfänglicher Leistungskatalog in der Grundversicherung ist weder nachhaltig noch sozial finanzierbar.

Damit kann langfristig ein echter Mehrwert für die Zusatzversicherung geschaffen werden

Karolin Leukert

ist Leiterin Angebotsentwicklung Heilungskosten bei der CSS Versicherung.

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