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Die Pflege braucht Pflege

Das Schweizer Pflege­system funktioniert, doch es braucht Nachbesserungen und innovative Ideen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Bevölkerung

Das Schweizer Gesundheitssystem gerät immer mehr unter Druck – nicht zuletzt wegen des demografischen Wandels.

Wir werden immer älter
Gemäss dem vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechneten Referenzszenario dürfte die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz von 9 Millionen Personen Ende 2024 auf 10,5 Millionen im Jahr 2055 ansteigen. Die Menschen ab 65 Jahren machen heute einen Anteil von rund 20 % an der Ge­samt­­be­völkerung aus, in dreissig Jahren dürften es un­gefähr 25 % sein.

Finanzierung

Die Überalterung hat direkte Auswirkungen auf die Kosten: Steigt die Zahl alter Menschen, nimmt auch der Pflegebedarf insgesamt zu.

Voraussetzungen für OKP-Vergütung
Für die Vergütung von Pflegeleistungen durch die Grundversicherung (OKP) müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, unter anderem muss es sich um eine Pflegeleistung gemäss Artikel 7 der Krankenpflege-Leistungs­verordnung (KLV) handeln.

Heutige Finanzierung
Mit dem heute geltenden System werden die Pflegeleistungen (Art. 7 KLV), die zu Hause oder im Pflegeheim erbracht werden, von drei Parteien finanziert:

Die Leistungen der Akut- und Übergangspflege werden von der OKP und den Kantonen anteilsmässig vergütet (OKP: max. 45 %; Kantone: mind. 55 %).

Neuerungen mit EFAS
Ab 2032 werden mit EFAS sämtliche Pflegeleistungen nach demselben Schlüssel finanziert. Die Kantone leisten künftig einen Beitrag von 26,9 % der Kosten, 73,1 % werden mit Prämien finanziert. Die Versicherten leisten weiterhin einen Beitrag an die Kosten. 

Die einheitliche Finanzierung der Gesundheitsleistungen und Gründung einer neuen Tariforganisation für die Pflege. Die Tariforganisation für die Pflege, in der Kantone, Leistungserbringer und Versicherer vertreten sind, ist für die Erarbeitung und Weiterentwicklung einer Tarifstruktur zuständig. Die Tarife müssen sich an den Kosten der effizienten Leistungserbringung orientieren.

Pflegepersonal

Einen ganz konkreten Einfluss hat die beschleunigte Alterung der Bevölkerung auch auf die Infrastruktur und den Pflegeberuf. 

Bedarf der Langzeitpflege
Der Bedarf an Alters- und Langzeitpflege (+69 %) in den Pflegeheimen wird wachsen, wo 54 335 zusätzliche Langzeitbetten bis ins Jahr 2040 benötigt werden.

Grosser Anstieg bei der Spitex
In der Spitex-Pflege ist bis 2040 mit 101 921 zusätzlichen Klien­­tinnen und Klienten (+52 %) zu rechnen.

Benötigte Pflegekräfte
Bis 2035 fehlen über 54 000 Pflege- und Betreuungspersonen. 2040 dürften zusätzlich 7397 Vollzeitäqui­valente in der Spitex-Pflege nötig sein.

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