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Administrative Tätigkeiten belasten Hausärztinnen und Hausärzte

Ärztinnen und Ärzte der Grundversorgung bewerten ihre Arbeit im Zusammenhang mit Versicherungen, Abrechnungen und der Datenerfassung als problematischer als die Koordination mit anderen Leistungserbringern.

Michael Dorn, wissenschaftlicher Projektleiter am Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan)

27. Oktober 2026

Wie problematisch wird der Zeitaufwand für verschiedene administrative Arbeiten von Grundversorgerinnen und Grundversorgern wahrgenommen? ­Gemäss einer Obsan-Befragung beurteilen in der Schweiz 76,9 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte den Zeitaufwand für Tätigkeiten im Zusammenhang mit Versicherungen und der ­Abrechnung als grosses Problem, das zulasten anderer Aufgaben geht. In keinem anderen Land ist dieser Anteil ähnlich hoch: In Deutschland liegt er bei 58,7 Prozent.

Auch das Zusammenstellen klinischer Daten oder von Daten zur Behandlungsqualität für staatliche Stellen oder Krankenversicherungen wird von 53,5 Prozent der Befragten als grosses Problem ­bewertet. Nur in Deutschland ist dieser Anteil mit 55,1 Prozent ähnlich hoch, in den anderen Ländern ist er deutlich geringer wie etwa in den Niederlanden mit 27,5 Prozent.

Grafik Inwiefern sechs administrative Aufgaben in der Schweiz als problematisch wahrgenommen werden. aus dem Jahr 2025

Die Hausärztinnen und Hausärzte bewerten insbesondere die Koordina­tion mit anderen Leistungserbringern (27,4 Prozent) bzw. mit Spezialistinnen und Spezialisten (22,7 Prozent) seltener als grosses Problem. Im Vergleich zu den meisten anderen teilnehmenden Ländern fällt diese Einschätzung in der Schweiz deutlich weniger kritisch aus. 

Balkengrafik zu problematischen administrativen Aufgaben aus dem Jahr 2025

International Health Policy Survey (IHP)

Seit 2010 beteiligt sich die Schweiz an der internationalen gesundheitspolitischen Befragung der Stiftung Commonwealth Fund (CWF). Das Projekt wird vom BAG geleitet, während das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) die Analysen und Berichte erstellt. Im Jahr 2025 wurden – wie 2012, 2015, 2019 und 2022 – Ärzt­innen und ­Ärzte der Grundversorgung zu ­folgenden Themen befragt: Charakteristiken der Ärztinnen und Ärzte und ihrer Praxen, Koordination und digitale Transformation sowie Bewertung des Gesundheitssystems und der eigenen Arbeit. Folgende zehn Länder nahmen an der Befragung 2025 teil: Australien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Schweden, Schweiz und USA.

Michael Dorn

ist wissenschaftlicher Projektleiter am Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan)

Hier finden Sie den vollständigen Obsan-Bericht «Ärztinnen und Ärzte in der Grund­versorgung» zur Situation in der Schweiz und im internationalen ­Vergleich.

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